Gesellschaft · Podiumsdiskussion
Siehe, ich mache alles neu
Perspektiven auf (post-)migrantisches Leben zwischen Erinnerung, Zugehörigkeit und Zukunft
Jede Gesellschaft erzählt Geschichten über sich selbst. Doch wer entscheidet über die Version?
Was bedeutet es, heute in Deutschland (post-)migrantisch zu leben? Wie prägen Erinnerungen an Flucht, Migration und Neuanfang persönliche Biografien und gesellschaftliche Entwicklungen? Und wer bestimmt die Erzählungen über Zugehörigkeit, Identität und Zukunft?
Perspektiven auf Herkunft, Identität und gesellschaftliche Teilhabe verändern sich. Zwischen persönlichen Erfahrungen, religiösen und kulturellen Prägungen und politischen Debatten entstehen neue Erzählungen, begleitet von Aushandlungen darüber, wer gehört wird und wer über Deutungen entscheidet.
Im Podiumsgespräch diskutieren Gäste aus Religion, Kultur, Medien und Zivilgesellschaft über Erinnerung und Wandel, über mehrfache Zugehörigkeiten und über die Frage, wie eine gemeinsame Zukunft in einer vielfältigen Gesellschaft gestaltet werden kann.
Warum diese Frage bei den Armenischen Kulturtagen gestellt wird
Die armenische Gemeinschaft in Baden-Württemberg ist selbst eine postmigrantische Geschichte. Sie beginnt bei den Displaced Persons der Nachkriegsjahre, führt über die Arbeitsmigration der 1960er und 1970er Jahre und über Fluchtbewegungen aus dem Iran und den ehemaligen Sowjetrepubliken bis zu einer Generation, die hier geboren wurde, hier zur Schule ging und zugleich armenische Sprache, Kultur und Glauben weiterträgt.
Aus dieser Erfahrung heraus stellt sich die Frage nach Zugehörigkeit nicht theoretisch. Sie ist Alltag: in Familien, in Schulen, in Gemeinden und in der Frage, welche Geschichte einer Stadt erzählt wird und welche nicht.
Zum Leitmotiv
„Siehe, ich mache alles neu“ steht in der Offenbarung des Johannes (21,5). Es ist ein Wort der Verheißung, gesprochen im Blick auf eine Zukunft, die Menschen nicht selbst herstellen.
Als Leitmotiv der Armenischen Kulturtage 2026 wird dieses Wort nicht zum Programm erklärt, sondern als Frage aufgenommen: Was heißt Erneuerung, wenn Herkunft nicht abgelegt, sondern mitgenommen wird?
Und was müsste in unserer Gesellschaft tatsächlich neu werden, damit Vielfalt nicht Ausnahme, sondern Ausgangspunkt ist?
Aus dem Ablauf
Nach einer kurzen Einführung in den Begriff des Postmigrantischen geben die Gäste des Podiums je ein kurzes Statement zu ihrer eigenen Perspektive auf Neuanfang und Wandel.
Einstieg
Kurze Einführung in den Begriff des Postmigrantischen und persönliche Statements der Gäste
Gespräch I
Identität und Selbstbild
Gespräch II
Gesellschaftliche Strukturen zwischen Bildung, Arbeit und Öffentlichkeit
Gespräch III
Zukunft und Vision
Publikum
Fragen und Gespräch mit dem Publikum
Schluss
Jeder Gast antwortet in einem Satz: Was muss neu werden?
Es diskutieren
Alina Papagiannaki-Sönmez
Zivilgesellschaft
Geschäftsführerin des Forums der Kulturen Stuttgart e. V.
Karnik Gregorian
Medien · Kultur
Journalist, Autor, Dokumentarfilm- und Theaterregisseur
Pfr. Dr. Diradur Sardaryan
Religion · Gemeinde
Priester der Armenischen Apostolischen Kirche und Gemeindepfarrer der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg
Anna Koktsidou
Medien · Vielfalt
Journalistin und langjährige Beauftragte für Vielfalt und Integration beim SWR
Moderation
Nure-Laura Boga
Landeszentrale für politische Bildung
Baden-Württemberg
Podiumsdiskussion
Termin und Veranstaltungsort
Termin
Mittwoch, 21. Oktober 2026
18:30–20:00 Uhr
Die Teilnahme ist kostenlos.
Veranstaltungsort
StadtPalais
Museum für Stuttgart
Konrad-Adenauer-Straße 2
70173 Stuttgart
Anmeldung
Kostenlose Teilnahme · Anmeldung über das StadtPalais
Bitte melden Sie sich über die Veranstaltungsseite des StadtPalais Stuttgart an.
Veranstaltungsinformation
Die Seminar- und Veranstaltungsinformationen können auch als PDF heruntergeladen werden.
Seminarnummer
24/43-26
Organisation
Thomas Binder
Landeszentrale für politische Bildung
Baden-Württemberg
Telefon



