Kulinarik · Kochkurs
Die armenische Küche entdecken
Ein Kochabend mit Elmira Torosian in Kooperation mit der vhs Stuttgart
Entdecken Sie die kulinarische Vielfalt Armeniens.
Gemeinsam bereiten wir traditionelle Gerichte zu und lernen die reiche Esskultur Armeniens kennen. Während des Kochens erfahren Sie Hintergründe über die Geschichte, die Kultur und die Alltagsküche des Landes.
Eine Küche mit langem Gedächtnis
Die armenische Küche gehört zu den ältesten durchgehend überlieferten Esskulturen der Region.
Bei den Ausgrabungen von Karmir Blur und der urartäischen Festung Teischebaini kamen Vorratskammern zutage, große Tonkrüge voller Getreide, Weinkeller, Gefäße für die Bierbereitung und Butterfässer, die den heute im Südkaukasus gebräuchlichen verblüffend ähneln.
Angebaut wurden Weizen und Gerste, Hirse, Linsen, Kichererbsen und Sesam, dazu eine große Vielfalt an Weinreben.
Der griechische Historiker Xenophon beschrieb im vierten Jahrhundert vor Christus, wie die Menschen in Armenien Gerstenwein aus großen Gefäßen tranken: Auf der Oberfläche schwammen die Gerstenkörner, und wer trinken wollte, sog den Wein durch ein hineingestecktes Schilfrohr.
Vieles davon ist geblieben. Über rund zweieinhalbtausend Jahre hinweg bestand die armenische Ernährung im Kern aus denselben Grundnahrungsmitteln.
Brot, Kräuter, Schärfe
Im Mittelpunkt steht das Lavash, das hauchdünne Fladenbrot, das an der Innenwand des Tonirs gebacken wird, eines in die Erde eingelassenen Lehmofens.
Die UNESCO nahm die Zubereitung und Bedeutung des Lavash 2014 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf.
Charakteristisch sind außerdem die kräftige Würzung und ein großzügiger Umgang mit Salz. Peperoni, Knoblauch, Kreuzkümmel und frische Kräuter prägen die Gerichte.
Bereits der Philosoph David der Unbesiegbare erwähnt im fünften Jahrhundert den Gebrauch von schwarzem und weißem Pfeffer.
Dazu kommt ein Reichtum, den man in Mitteleuropa kaum vermutet: Mehr als dreihundert wildwachsende essbare Pflanzen werden in der armenischen Küche verwendet, frisch, getrocknet oder eingelegt.
Essen und Kirchenjahr
Kaum eine andere Küche ist so eng mit dem kirchlichen Kalender verwoben. Zahlreiche Gerichte sind Fastenspeisen und kommen ohne tierische Zutaten aus, etwa das Mschosch aus der Küche von Van, das aus Linsen, Aprikosensaft und Walnüssen bereitet wird.
Andere Gerichte gehören zu bestimmten Festen. Zu Ostern wird die süße Suppe Anuschapur gekocht und in die Häuser der Nachbarn getragen. An Christi Himmelfahrt gehört die Milchsuppe zum gemeinsamen Ausflug ins Freie.
Zum Neujahrsfest gehört das Tarehats, das Jahresbrot, in das eine Münze eingebacken wird: Wer sie in seinem Stück findet, dem gilt das kommende Jahr als gesegnet.
Am Gründonnerstag wird in manchen Gemeinden ein saures Gericht ohne jedes Öl zubereitet, im Gedenken an den Essig, den man Christus am Kreuz reichte.
Und die Harissa, jener über Nacht in der Glut des Tonirs gegarte Brei aus Weizen und Fleisch, war seit jeher ein Festgericht: in großen Kesseln gekocht, geteilt und als Dank dargebracht.
Wer armenisch kocht, kocht also selten nur für den Hunger. Fast jedes Gericht trägt eine Erinnerung, einen Anlass oder ein Gebet mit sich.
Leitmotiv 2026 · „Siehe, ich mache alles neu“
Rezepte bleiben lebendig, weil sie nicht nur bewahrt, sondern gekocht werden.
Auch hier gilt, was die Armenischen Kulturtage 2026 durchzieht. Rezepte werden weitergegeben, verändert, an neue Orte mitgenommen und dort erneut zubereitet.
Kochkurs
Kurs und Anmeldung
Termin
Montag, 19. Oktober 2026
17:30–21:30 Uhr
Kursleitung: Elmira Torosian
Kurs
Kursnummer 262-39000
Gebühr:
50,00 Euro
darin enthalten
12,00 Euro für Lebensmittel
Anmeldung
Anmeldung ausschließlich über die vhs Stuttgart
Für diesen Kurs gelten die Konditionen der vhs Stuttgart.
Karten über Reservix oder eine Anmeldung über die Gemeinde sind hier nicht möglich.
Bitte buchen Sie den Kurs direkt über das Online-Portal der vhs Stuttgart.
Veranstaltungsort
Bildungshaus NeckarPark
Lenore-Volz-Straße 23
70372 Stuttgart-Bad Cannstatt
U-Bahn
Mit der U19 bis „Cannstatter Wasen“ oder „NeckarPark (Stadion)“, von dort etwa fünf Minuten zu Fuß.
Weitere Verbindungen
Weitere U- und S-Bahn-Linien sowie die Buslinie 45 halten in fünf bis fünfzehn Gehminuten Entfernung.
Parken
In der Tiefgarage stehen gebührenpflichtige Parkplätze zur Verfügung.



