Abschlusskonzert · Armenische Kulturtage Stuttgart 2026
Vom alten Klang
zum neuen Licht
Geistliche Chormusik zwischen Bach, Silcher und Vahram Sargsyan
Musik · Abschlusskonzert
Tradition, Gegenwart und die Kraft der menschlichen Stimme
Ein Abschlusskonzert kann Rückblick sein. Dieses Konzert fragt, wie aus überlieferter Musik neue Gegenwart entstehen kann.
Zum Abschluss der Armenischen Kulturtage Stuttgart 2026 führt der Weg in die Alte Schlosskirche Stuttgart – einen Ort, an dem Geschichte, geistliche Musik und Gegenwart unmittelbar aufeinandertreffen.
Im Zentrum stehen Choräle von Johann Sebastian Bach, Werke von Friedrich Silcher, Orgelmusik und Kompositionen des armenisch-kanadischen Komponisten und Vokalkünstlers Vahram Sargsyan.
Musik aus unterschiedlichen Jahrhunderten begegnet sich dabei nicht als historische Abfolge, sondern als lebendiges Gespräch.
Programm
Stimmen über Jahrhunderte
Johann Sebastian Bach
Choräle
Friedrich Silcher
Chorwerke
Vahram Sargsyan
Ausgewählte Kompositionen
Orgel
Orgelwerke
Erinnerung und Gegenwart
Wenn Tradition weiterklingt
Ein Choral lebt davon, dass Menschen dieselbe Musik immer wieder neu singen.
Die Noten mögen über Jahrhunderte erhalten bleiben – doch keine Aufführung ist dieselbe.
In diesem Spannungsfeld bewegt sich das Abschlusskonzert: zwischen der geistlichen Musik Johann Sebastian Bachs, der württembergischen Musiktradition Friedrich Silchers und einer zeitgenössischen Klangsprache, wie sie Vahram Sargsyan entwickelt.
Komponist · Dirigent · Vokalkünstler
Vahram Sargsyan
Armenien · Kanada
Vahram Sargsyan, auch Vahram Sarkissian, ist ein armenisch-kanadischer Komponist, Dirigent und experimenteller Vokalkünstler.
Seine Musik verbindet zeitgenössische Kompositionsverfahren mit Elementen früher armenischer und anderer musikalischer Traditionen, Improvisation, erweiterten Vokaltechniken und ungewöhnlichen Formen der Aufführung.
Seine Werke wurden in mehr als dreißig Ländern Europas, Asiens und Nordamerikas aufgeführt.
2023 erhielt er den Jules Léger Prize for New Chamber Music des Canada Council for the Arts. 2024 wurde er in Laval vom Conseil des arts et des lettres du Québec als Artist of the Year ausgezeichnet.
Zu den Auftraggebern seiner Musik gehören unter anderem der Norddeutsche Rundfunk, CBC Radio und Oxford University Press.
Die Stimme als Instrument
Für Vahram Sargsyan ist die Stimme nicht nur Träger eines Textes. Sie wird selbst zum Klangkörper.
Neben Komposition und Dirigieren beschäftigt sich Sargsyan intensiv mit experimentellen Vokaltechniken: Mehrklängen, obertonbasierten Klängen, extremen Registern und weiteren erweiterten Formen des Singens.
Diese Arbeit präsentiert er international in Konzerten, Vorträgen und Workshops. 2026 stellte er seine künstlerische Praxis unter anderem bei der PODIUM Choral Conference and Festival in Victoria sowie beim World Symposium on Choral Music in Macao vor.
Seine musikalische Ausbildung begann am Staatlichen Konservatorium Jerewan, wo er Komposition und Chorleitung studierte. Anschließend setzte er sein Kompositionsstudium an der McGill University fort.
Der Chor
Akademischer Chor der Universität Tübingen
Ein Ensemble zwischen großer Oratorientradition, A-cappella-Musik und zeitgenössischem Repertoire.
Der Akademische Chor wurde 1999 aus der Camerata vocalis heraus gegründet. Von Beginn an brachte das Ensemble neben den großen Werken der Oratorienliteratur auch seltener gespielte und zeitgenössische Kompositionen zur Aufführung.
Das Repertoire reicht von Bach, Haydn, Mozart, Mendelssohn und Brahms bis zu Poulenc, Vaughan Williams, Britten, Honegger, Szymanowski sowie Uraufführungen zeitgenössischer Werke.
Seit 2011 steht der Chor unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Philipp Amelung.
Künstlerische Leitung
UMD Philipp Amelung
Chor- und Orchesterdirigent
Seit 2011 ist Philipp Amelung Universitätsmusikdirektor der Universität Tübingen und leitet den Akademischen Chor.
Seine Arbeit verbindet Chor- und Orchesterdirigieren mit einem besonderen Schwerpunkt auf geistlicher Musik und einem Repertoire, das von der historischen Literatur bis zu zeitgenössischen Werken reicht.
Beim Abschlusskonzert der Armenischen Kulturtage Stuttgart 2026 führt er den Akademischen Chor durch einen Abend, an dem unterschiedliche musikalische Zeiten miteinander ins Gespräch treten.
Leitmotiv 2026 · „Siehe, ich mache alles neu“
Tradition ist nicht das Gegenteil des Neuen. Sie kann sein Ausgangspunkt sein.
Die Armenischen Kulturtage Stuttgart 2026 haben immer wieder danach gefragt, wie Neues entstehen kann, ohne Herkunft, Erinnerung und Überlieferung bedeutungslos werden zu lassen.
Am letzten Abend wird diese Frage hörbar.
Ein Bach-Choral lebt nicht deshalb über Jahrhunderte, weil er unverändert in einem Archiv liegt. Er lebt, weil Menschen ihn immer wieder neu singen.
Auch musikalische Tradition bleibt dort lebendig, wo Künstlerinnen und Künstler ihre Formen kennen, sie ernst nehmen und daraus eine Sprache für ihre eigene Gegenwart entwickeln.
„Siehe, ich mache alles neu“ bedeutet deshalb nicht, dass das Bisherige verschwindet. Das Überlieferte beginnt neu zu sprechen.
Abschlusskonzert
Termin, Ort und Eintritt
Termin
Sonntag, 25. Oktober 2026
18:00 Uhr
Abschlusskonzert der Armenischen Kulturtage Stuttgart 2026
Veranstaltungsort
Alte Schlosskirche Stuttgart
Stuttgart
Eintritt
Eintritt frei
Um Spenden wird gebeten.
Chor
Akademischer Chor der Universität Tübingen
Leitung
UMD Philipp Amelung
Komposition
Vahram Sargsyan
Programm
Bach-Choräle · Werke von Friedrich Silcher · Kompositionen von Vahram Sargsyan · Orgelwerke
Fotoaufnahmen
Während der Veranstaltung entstehen Fotoaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg. Wer nicht aufgenommen werden möchte, sagt uns dies bitte vor Beginn.



