Matinee
Kammermusik · Matinee
Von der Elegie zum Aufbruch
Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow und Arno Babadschanjan im Klaviertrio
Drei Instrumente. Zwei Komponisten. Und zwei sehr verschiedene Antworten auf die Frage, wie Musik von Erinnerung, Sehnsucht und neuer Bewegung erzählen kann.
Am Samstagvormittag wird der Silcher-Saal zum Raum für Kammermusik: Violine, Violoncello und Klavier begegnen sich in zwei Werken, die aus unterschiedlichen Zeiten stammen und doch eine besondere innere Nähe besitzen.
Sergei Wassiljewitsch Rachmaninows Trio élégiaque Nr. 1 g-Moll steht am Anfang – ein Werk von konzentrierter Melancholie, das der junge Komponist in einem einzigen großen musikalischen Bogen entfaltet.
Danach folgt mit dem Klaviertrio fis-Moll von Arno Babadschanjan eines der bedeutenden armenischen Kammermusikwerke des 20. Jahrhunderts.
Programm
Rachmaninow · Babadschanjan
Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow
Trio élégiaque Nr. 1 g-Moll
Lento lugubre – più vivo
Arno Babadschanjan
Klaviertrio fis-Moll
I. Largo
II. Andante
III. Allegro vivace
Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow
Eine Elegie ohne Worte
Rachmaninow braucht für sein erstes Trio élégiaque keine Geschichte und keinen Text.
Das Klavier eröffnet eine dunkle Klanglandschaft, in die Violine und Violoncello nach und nach eintreten. Aus wenigen Gesten entwickelt sich ein Dialog zwischen den drei Instrumenten: zunächst zurückgenommen, dann drängender, leidenschaftlicher und bewegter.
Bereits in diesem frühen Werk ist vieles von jener musikalischen Sprache zu hören, die Rachmaninow später unverwechselbar machen sollte: große melodische Linien, eine besondere Sensibilität für Klangfarben und die Verbindung von Sehnsucht und innerer Unruhe.
Arno Babadschanjan
Eine eigene Stimme
Sechs Jahrzehnte später entsteht mit Babadschanjans Klaviertrio fis-Moll ein Werk, das selbstverständlich innerhalb der großen europäischen Kammermusiktradition steht und zugleich eine eigene Stimme entwickelt.
Das dreisätzige Werk führt vom weit gespannten Largo über das lyrische Andante bis zum energiegeladenen Allegro vivace.
Aus Nachdenklichkeit wird Bewegung, aus Spannung Energie. So entsteht eine Dramaturgie, die dieser Matinee ihren Titel gibt: von der Elegie zum Aufbruch.
Im Klaviertrio begleitet niemand bloß. Eine Stimme beginnt, eine andere übernimmt. Musik entsteht im Zuhören aufeinander.
Die Künstler
Drei Wege zwischen Jerewan und Europa
Für diese Matinee begegnen sich drei Musikerinnen und Musiker, deren künstlerische Wege in Jerewan beginnen und längst Teil des europäischen Musiklebens geworden sind.
Violine
Anush Nikoghosyan
Violinistin
Anush Nikoghosyan wurde in Jerewan geboren und trat bereits im Alter von zehn Jahren als Solistin mit dem Armenischen Nationalphilharmonischen Orchester auf – mit Mendelssohns Violinkonzert im Aram-Chatschaturjan-Konzertsaal.
Nach ihrer Ausbildung in Armenien setzte sie ihr Studium in München bei Christoph Poppen fort und studierte anschließend bei Julia Fischer, bei der sie mit Auszeichnung abschloss.
Als Solistin und Kammermusikerin gastierte sie in renommierten Konzertsälen und bei internationalen Festivals in Europa, den USA und Asien. Einen besonderen Platz in ihrem Repertoire nimmt die Musik armenischer Komponisten ein, darunter Chatschaturjan, Mansurian, Mirzoyan und Babadschanjan.
Website von Anush Nikoghosyan
Klavier
Diana Sahakyan
Pianistin
Diana Sahakyan erhielt ihre erste musikalische Ausbildung in Jerewan und studierte anschließend am Staatlichen Konservatorium.
Ihr weiterer Ausbildungsweg führte sie an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt sowie an die Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid.
Als Solistin und Kammermusikerin gastierte sie unter anderem in der Alten Oper Frankfurt, im Concertgebouw Amsterdam, in der Liederhalle Stuttgart und im Aram-Chatschaturjan-Konzertsaal in Jerewan.
Mit ihren Einspielungen von Werken Fanny Mendelssohn Hensels und Mel Bonis sowie als Gründerin und künstlerische Leiterin eines Komponistinnen-Musikfestivals in Frankfurt widmet sie sich auch Repertoire, das im Konzertleben lange zu selten präsent war.
Website von Diana Sahakyan
Violoncello
Vache Bagratuni
Cellist
Vache Bagratuni wurde in Jerewan geboren und stammt aus einer Musikerfamilie. Seine Ausbildung führte ihn vom Komitas-Konservatorium in Jerewan über die Musikhochschule Freiburg bis an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.
Dort absolvierte er sein Aufbaustudium und die Solistenklasse. Als Kammermusiker arbeitete er unter anderem mit Kim Kashkashian, Eduard Brunner und Suren Bagratuni.
Seit vielen Jahren ist Vache Bagratuni Mitglied des Staatsorchesters Stuttgart. Damit verbindet sein künstlerischer Weg die armenische musikalische Herkunft unmittelbar mit dem Musikleben der Stadt.
Vache Bagratuni · Staatsoper StuttgartLeitmotiv 2026 · „Siehe, ich mache alles neu“
Auch diese Matinee erzählt vom Neuen – ohne das Alte hinter sich zu lassen.
Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow nimmt eine traditionsreiche Besetzung und lässt darin schon als junger Komponist eine unverwechselbare Stimme hörbar werden.
Arno Babadschanjan schreibt Jahrzehnte später für dieselben drei Instrumente. Die Form bleibt – die musikalische Welt verändert sich.
Und schließlich bringen drei Musikerinnen und Musiker armenischer Herkunft diese Werke im Stuttgart des Jahres 2026 erneut zusammen.
Tradition wird hier nicht ausgestellt. Sie wird gespielt, gehört und in einer neuen Begegnung gegenwärtig.
Kammermusik · Matinee
Termin, Ort und Karten
Termin
Samstag, 24. Oktober 2026
11:00 Uhr
Von der Elegie zum Aufbruch
Rachmaninow · Babadschanjan
Veranstaltungsort
Silcher-Saal
Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle
Berliner Platz 1
70174 Stuttgart
Karten
Vorverkauf 18 Euro · ermäßigt 12 Euro · Abendkasse 22 Euro
Ermäßigt für Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende, Rentnerinnen und Rentner sowie Menschen mit Behinderung und ihre Begleitung.
An der Abendkasse gibt es keine Ermäßigung.
Alle Preise sind Endpreise. Vorverkauf über Reservix und EasyTicket.
Besetzung
Anush Nikoghosyan · Violine
Diana Sahakyan · Klavier
Vache Bagratuni · Violoncello
Barrierefreiheit
Die Liederhalle ist barrierefrei zugänglich. Aufzüge und barrierefreie Toiletten sind vorhanden.
Parken
In der Tiefgarage der Liederhalle stehen Parkmöglichkeiten zur Verfügung.
Fotoaufnahmen
Während der Veranstaltung entstehen Fotoaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg. Wer nicht aufgenommen werden möchte, sagt uns dies bitte vor Beginn.



