Dan Gharibian Trio · Pressefoto: Johan Desma
Musik · Konzert
Dan Gharibian Trio
Voyage musical en pays tsigane Lieder zwischen Armenien, dem Balkan und Paris
Manche Stimmen erkennt man nach zwei Takten.
Dan Gharibians Stimme ist dunkel, rau und unverwechselbar, als habe sie den Rauch der Rebetiko-Lokale in sich aufgenommen.
Dazu die Cowboystiefel, die er nie ablegt, ein Gesicht, das man nicht vergisst, und eine Eleganz, die von weit her kommt.
Die Stimme von Bratsch
Anfang der 1970er Jahre gründete Dan Gharibian gemeinsam mit Bruno Girard und einigen Mitstreitern die Gruppe Bratsch. Er brachte seine Liebe zur Gypsy-, zur griechischen und zur armenischen Musik ein, Girard die jiddische und rumänische Tradition. Das Wort Weltmusik gab es damals noch nicht.
Aus dieser Mischung wurde eine der einflussreichsten Gruppen Europas. Mit dem Album „Sans Domicile Fixe“ von 1990 öffneten sich die großen Bühnen: das Olympia und das Casino de Paris, das Concertgebouw in Amsterdam, Festivals von Bourges bis Montréal.
In den Jahren danach entwickelte Bratsch aus überlieferten Formen eine eigene Sprache, die die Musiker selbst eine erfundene Folklore nannten.
Zum vierzigjährigen Bestehen zog die Gruppe Bilanz: rund 2300 Konzerte, davon 650 im Ausland und allein 240 in Deutschland, 240 aufgenommene Lieder, siebzehn Alben.
Am 31. Dezember 2015 endete diese Geschichte, nach einer letzten Tournee durch Deutschland, die Schweiz und Österreich und Abschiedskonzerten im Pariser Théâtre du Soleil.
Das Trio
Seit 2017 singt Dan Gharibian im Trio mit dem Gitarristen Benoît Convert und dem Akkordeonisten Antoine Girard.
Convert, seit 2008 bei Les Doigts de l’Homme und in der jungen französischen Jazz-Manouche-Szene zu Hause, schreibt die Arrangements mit.
Girard, seit zwanzig Jahren professioneller Akkordeonist, arbeitet zwischen Jazz und Weltmusik und wirkt an Kompositionen und Arrangements mit.
Zwei Alben sind bisher entstanden, zuletzt „Da Svidaniya Madame“.
Eine Sache der Weitergabe
Dass es dieses Trio gibt, hat mit einer Freundschaft über zwei Generationen zu tun. Antoine Girard ist der Neffe von Bruno Girard, mit dem Dan Gharibian einst Bratsch gegründet hat.
Antoine wuchs mit dieser Musik auf, seine Eltern gehörten zu den treuen Konzertbesuchern. Auch Benoît Convert hörte Bratsch von Kindheit an.
Eines Tages kamen die beiden vorbei, man spielte ein wenig, und die Idee eines Trios lag auf der Hand. Gharibian selbst nennt das lieber Weitergabe als Nachfolge. In der Familie bleibt es trotzdem.
Ein Abend in vielen Sprachen
Das Programm wandert durch Französisch, Armenisch, Romanes, Griechisch und sogar Dioula, eine Mandingsprache aus Burkina Faso.
Neben eigenen Balladen steht „Gulo“, ein altes armenisches Lied aus Anatolien, dazu sehr persönliche Deutungen von Charles Aznavour und Claude Nougaro.
Armenisch und Französisch sind für Dan Gharibian gleichermaßen Muttersprachen. Russisch, Romanes und Griechisch kommen hinzu, Sprachen und Kulturen, denen er sich verbunden fühlt.
Wo andere von Exil sprechen, spricht er lieber von Entwurzelung. Sich selbst nennt er einen Troubadour und Traumhändler unserer Zeit, der das Publikum braucht, um zu existieren.
Was daraus entsteht, ist kein Museum überlieferter Stile, sondern ein Liederabend. Französische Romantik, orientalische Farben, kaukasische Klagen, slawische Melodien und Blues gehen ineinander über.
Das Akkordeon lässt Raum, die Gitarren antworten, und zwischen den Liedern bleibt Platz für Instrumentales und für Humor. Im Trio, sagt Gharibian, sei kein Verstecken möglich; man höre alles, was geschieht.
Leitmotiv 2026 · „Siehe, ich mache alles neu“
Dan Gharibian singt Lieder, die er nicht erfunden hat.
Sie kommen aus Anatolien, vom Balkan, aus Griechenland und Russland, aus den Häusern von Menschen, die oft gehen mussten.
In seiner Stimme werden sie nicht konserviert, sondern noch einmal gesungen, an einem Abend im Oktober 2026, vor einem Publikum, das viele von ihnen zum ersten Mal hört.
Genau darin liegt, was das Leitmotiv der Kulturtage meint.
Stimmen der Presse
Über Dan Gharibian
Le Monde
„Der Rausch des Vagabundierens.“
Dernières Nouvelles d’Alsace
„Der Tom Waits des Kaukasus, der mit Django jammt.“
Besetzung
Dan Gharibian
Gesang und Gitarre
Antoine Girard
Akkordeon und Gesang
Benoît Convert
Gitarre und Gesang
Musik · Konzert
Termin, Ort und Karten
Termin
Freitag, 23. Oktober 2026
20:00–21:30 Uhr
Dan Gharibian Trio
Voyage musical en pays tsigane
Veranstaltungsort
Kleiner Kursaal
Königsplatz 1
70372 Stuttgart-Bad Cannstatt
Karten
Vorverkauf 35 Euro · ermäßigt 25 Euro · Abendkasse 38 Euro
Ermäßigt für Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende, Rentnerinnen und Rentner sowie Menschen mit Behinderung und ihre Begleitung.
An der Abendkasse gibt es keine Ermäßigung.
Alle Preise sind Endpreise. Vorverkauf über Reservix.
Nach dem Konzert
Im Anschluss an das Konzert sind die Alben des Trios erhältlich; die Musiker signieren sie gern.
Fotoaufnahmen
Während des Konzerts entstehen Fotoaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg. Wer nicht aufgenommen werden möchte, sagt uns dies bitte vor Beginn.



