Ausstellung · Eröffnung · Vernissage
Bilder über Grenzen hinweg
Antoine Sevruguin und André Sevrugian zwischen Persien, Armenien und Stuttgart
Eröffnung der Armenischen Kulturtage Stuttgart 2026 mit Vernissage
Die Armenischen Kulturtage Stuttgart 2026 beginnen unter dem Leitmotiv „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung 21,5) mit einer Ausstellung, die zwei Generationen einer außergewöhnlichen armenisch-iranischen Künstlerfamilie zusammenführt.
Foto: Mary Badni-Sevrugian.
Privatbesitz Dr. E. Sevrugian
Antoine Sevruguin (1851–1933) gehört zu den bedeutenden frühen Fotografen Persiens. Naser ad-Din Schah berief ihn zu einem seiner offiziellen Hoffotografen und verlieh ihm den Titel „Khan“.
Sevruguin fotografierte Herrscher und einfache Menschen, Frauen und Derwische, Landschaften, Architektur und archäologische Stätten.
Seine Aufnahmen zeichnen ein vielschichtiges Bild Persiens im Wandel, gesehen von einem Fotografen armenischer Herkunft, der in dieser Welt zu Hause war und sie aus großer Nähe kannte.
Fotografien · Antoine-Khan Sevruguin
Foto: Antoine-Khan Sevruguin.
Privatbesitz Dr. E. Sevrugian
Foto: Antoine-Khan Sevruguin.
Privatbesitz Dr. E. Sevrugian
Foto: Antoine-Khan Sevruguin.
Privatbesitz Dr. E. Sevrugian
Fotograf unbekannt.
Privatbesitz Dr. E. Sevrugian
Sein Sohn André Sevrugian (1894–1996), in der Kunstgeschichte auch unter dem Beinamen „Darvish“ bekannt, ging einen eigenen künstlerischen Weg. Das gilt bis hinein in den Familiennamen, dessen armenische Form er wieder aufnahm.
In seinen Gemälden und Miniaturen begegnen sich persische Literatur und Bildtradition, armenische Geschichte und europäische Kunst.
Bekannt wurde er vor allem durch seine Illustrationen zum Schahname, dem Königsbuch des Firdausi, sowie durch seine bildnerischen Arbeiten zur Dichtung Omar Chajjams und Hafis’.
Später rückten armenische historische, literarische und christliche Themen zunehmend in den Mittelpunkt seines Schaffens.
Stuttgart wurde zu einem wichtigen Ort seines späteren Lebens und Wirkens. Hier starb er am 17. Dezember 1996.
Illustration aus dem Schahname: Fariborz spaltet Golbad den Schädel.
Privatbesitz Dr. E. Sevrugian
Privatbesitz Dr. E. Sevrugian
Eine besondere Verbindung nach Baden-Württemberg
Die Ausstellung zeigt Fotografien Antoine Sevruguins sowie Gemälde und Miniaturen André Sevrugians.
Zugleich macht sie eine besondere Verbindung nach Baden-Württemberg sichtbar: Emanuel Sevrugian, Sohn André Sevrugians und Enkel Antoine Sevruguins, übergab der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg mit der Nachlassvereinbarung vom 3. April 2023 einhundertdrei Gemälde zu biblischen und armenischen Motiven.
Er wollte sie bewahrt und an kommende Generationen weitergegeben wissen. Am 31. August 2025 ist Emanuel Sevrugian in Heidelberg gestorben. Die Ausstellung erinnert an ihn und an das, was er der Gemeinde anvertraut hat.
Leitmotiv der Armenischen Kulturtage 2026
Neues entsteht nicht dadurch, dass Herkunft vergessen wird. Es kann dort entstehen, wo Menschen Tradition bewahren, weiterdenken und unterschiedliche kulturelle Erfahrungen miteinander in Beziehung setzen.
Die Geschichte der Sevrugians zeigt zugleich, welche verbindende Kraft Kunst und Kultur entfalten können. Sie schaffen Räume der Begegnung, eröffnen neue Perspektiven und können Türen der Verständigung offenhalten, gerade dort, wo politische oder gesellschaftliche Grenzen Menschen voneinander entfernen.
Vortrag zur Ausstellung
Dr. Yvette Tajarian
Kunsthistorikerin
Leiterin des Museums des Matenadaran, Jerewan
Yvette Tajarian ist Kandidatin der Kunstwissenschaften. Sie leitet das Museum des Matenadaran, des Mesrop-Maschtoz-Instituts für alte Handschriften in Jerewan, forscht dort als leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Orientalistik und ist Dozentin an der Staatlichen Universität Jerewan.
Bereits ihre Diplom-, Master- und Dissertationsarbeiten galten dem malerischen Werk André Sevrugians und dem fotografischen Nachlass Antoine Sevruguins. 2006 verteidigte sie als erste Wissenschaftlerin in Armenien eine Dissertation zur Geschichte der Fotografie.
Seither kuratierte sie im Matenadaran mehrere Ausstellungen und wissenschaftliche Tagungen zum Werk der beiden Künstler, zuletzt 2024 und 2026.
Als bevollmächtigte Vertreterin Emanuel Sevrugians war sie wesentlich daran beteiligt, den Familiennachlass für öffentliche Sammlungen zu sichern. 2015 und 2018 gelangten mehrere hundert Werke beider Künstler an das Matenadaran und an den Mutterstuhl Heilig-Etschmiadsin.
Bei der Eröffnung der Armenischen Kulturtage führt sie in das Werk, die Biografien und die kulturgeschichtliche Bedeutung von Antoine Sevruguin und André Sevrugian ein.
Sprache des Vortrags: Armenisch mit deutscher Übersetzung.
Musik
Duo Manima
Astghik Matinyan · Violine
Areg Hakobyan · Gitarre
Astghik Matinyan · Violine
Areg Hakobyan · Gitarre
Das Duo Manima verbindet unterschiedliche Zeiten und Klangwelten zu einem Dialog von Violine und Gitarre. Für die beiden Musiker armenischer Herkunft ist die Weitergabe armenischer Musik mit ihrer rhythmischen Kraft, ihrer Melancholie und ihrer erzählerischen Tiefe ein besonderes Anliegen.
Auch musikalisch greift der Eröffnungsabend das Leitmotiv der Kulturtage auf. Mit Komitas und Astor Piazzolla begegnen sich zwei Komponisten, die überlieferte musikalische Traditionen aufnahmen und daraus neue Ausdrucksformen entwickelten.
Aus dem Programm
Komitas (1869–1935) · Armenische Volkslieder in Bearbeitung für Violine und Gitarre
Astor Piazzolla (1921–1992) · Nightclub 1960 aus Histoire du Tango
Programm des Abends
19:00 Uhr
Musikalischer Auftakt
Duo Manima
Begrüßung
Kristina Bagratuni, Vorsitzende der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg
Grußworte
N. N. · BW-Bank
N. N. · Landesregierung Baden-Württemberg
Einführung in die Armenischen Kulturtage Stuttgart 2026
Pfr. Dr. Diradur Sardaryan, Gemeindepfarrer der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg
Vortrag zur Ausstellung
Dr. Yvette Tajarian,
Leiterin des Museums des Matenadaran, Jerewan
In armenischer Sprache mit deutscher Übersetzung
Musik
Duo Manima
Eröffnung der Ausstellung
Im Anschluss Rundgang und Empfang.
Ende gegen 21:30 Uhr.
Termin
Eröffnung und Vernissage
Donnerstag, 15. Oktober 2026
18:30 Uhr · Einlass
19:00 Uhr · Beginn
Eintritt frei. Aus Sicherheitsgründen ist eine Anmeldung bis zum 10. Oktober 2026 erforderlich.
kultur@agbw.orgAusstellung
Freitag bis Sonntag,
16. bis 18. Oktober 2026
täglich 17:00–19:00 Uhr
Eintritt frei.
Keine Anmeldung erforderlich.
BW-Bank
Kleiner Schlossplatz 11
70173 Stuttgart
Barrierefreiheit
Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.
Foto & Film
Während der Veranstaltung entstehen Foto- und Filmaufnahmen für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg. Wer nicht aufgenommen werden möchte, wendet sich bitte vor Beginn an das Team am Empfang.



