Ausstellung · Eröffnung · Vernissage

Bilder über Grenzen hinweg

Antoine Sevruguin und André Sevrugian zwischen Persien, Armenien und Stuttgart

Eröffnung der Armenischen Kulturtage Stuttgart 2026 mit Vernissage

Die Armenischen Kulturtage Stuttgart 2026 beginnen unter dem Leitmotiv „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung 21,5) mit einer Ausstellung, die zwei Generationen einer außergewöhnlichen armenisch-iranischen Künstlerfamilie zusammenführt.

Antoine-Khan Sevruguin um 1930
Antoine-Khan Sevruguin, ca. 1930.
Foto: Mary Badni-Sevrugian.
Privatbesitz Dr. E. Sevrugian

Antoine Sevruguin (1851–1933) gehört zu den bedeutenden frühen Fotografen Persiens. Naser ad-Din Schah berief ihn zu einem seiner offiziellen Hoffotografen und verlieh ihm den Titel „Khan“.

Sevruguin fotografierte Herrscher und einfache Menschen, Frauen und Derwische, Landschaften, Architektur und archäologische Stätten.

Seine Aufnahmen zeichnen ein vielschichtiges Bild Persiens im Wandel, gesehen von einem Fotografen armenischer Herkunft, der in dieser Welt zu Hause war und sie aus großer Nähe kannte.

Fotografien · Antoine-Khan Sevruguin

Karawanserei bei Teheran um 1890, fotografiert von Antoine-Khan Sevruguin
Karawanserei bei Teheran, ca. 1890.
Foto: Antoine-Khan Sevruguin.
Privatbesitz Dr. E. Sevrugian
Korsi, dörfliche Heizung, fotografiert von Antoine-Khan Sevruguin
Korsi – Dörfliche Heizung.
Foto: Antoine-Khan Sevruguin.
Privatbesitz Dr. E. Sevrugian
Jagdgesellschaft von Naser ad-Din Schah im Demawand-Gebirge um 1880
Jagdgesellschaft von Naser ad-Din Schah im Demawand-Gebirge , ca. 1880.
Foto: Antoine-Khan Sevruguin.
Privatbesitz Dr. E. Sevrugian
André Darvish Sevrugian 1934
André „Darvish“ Sevrugian mit dem Orden für Kulturverdienste im Ferdousi-Jahr, 1934.
Fotograf unbekannt.
Privatbesitz Dr. E. Sevrugian

Sein Sohn André Sevrugian (1894–1996), in der Kunstgeschichte auch unter dem Beinamen „Darvish“ bekannt, ging einen eigenen künstlerischen Weg. Das gilt bis hinein in den Familiennamen, dessen armenische Form er wieder aufnahm.

In seinen Gemälden und Miniaturen begegnen sich persische Literatur und Bildtradition, armenische Geschichte und europäische Kunst.

Bekannt wurde er vor allem durch seine Illustrationen zum Schahname, dem Königsbuch des Firdausi, sowie durch seine bildnerischen Arbeiten zur Dichtung Omar Chajjams und Hafis’.

Später rückten armenische historische, literarische und christliche Themen zunehmend in den Mittelpunkt seines Schaffens.

Stuttgart wurde zu einem wichtigen Ort seines späteren Lebens und Wirkens. Hier starb er am 17. Dezember 1996.

Schahname-Illustration von André Darvish Sevrugian
André „Darvish“ Sevrugian, 1924–1934.
Illustration aus dem Schahname: Fariborz spaltet Golbad den Schädel.
Privatbesitz Dr. E. Sevrugian
Armenisches Gemälde von André Darvish Sevrugian
André „Darvish“ Sevrugian · Armenische Malerei.
Privatbesitz Dr. E. Sevrugian

Eine besondere Verbindung nach Baden-Württemberg

Die Ausstellung zeigt Fotografien Antoine Sevruguins sowie Gemälde und Miniaturen André Sevrugians.

Zugleich macht sie eine besondere Verbindung nach Baden-Württemberg sichtbar: Emanuel Sevrugian, Sohn André Sevrugians und Enkel Antoine Sevruguins, übergab der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg mit der Nachlassvereinbarung vom 3. April 2023 einhundertdrei Gemälde zu biblischen und armenischen Motiven.

Er wollte sie bewahrt und an kommende Generationen weitergegeben wissen. Am 31. August 2025 ist Emanuel Sevrugian in Heidelberg gestorben. Die Ausstellung erinnert an ihn und an das, was er der Gemeinde anvertraut hat.

Leitmotiv der Armenischen Kulturtage 2026

Neues entsteht nicht dadurch, dass Herkunft vergessen wird. Es kann dort entstehen, wo Menschen Tradition bewahren, weiterdenken und unterschiedliche kulturelle Erfahrungen miteinander in Beziehung setzen.

Die Geschichte der Sevrugians zeigt zugleich, welche verbindende Kraft Kunst und Kultur entfalten können. Sie schaffen Räume der Begegnung, eröffnen neue Perspektiven und können Türen der Verständigung offenhalten, gerade dort, wo politische oder gesellschaftliche Grenzen Menschen voneinander entfernen.

Vortrag zur Ausstellung

Dr. Yvette Tajarian

Dr. Yvette Tajarian, Leiterin des Museums des Matenadaran in Jerewan
Dr. Yvette Tajarian

Kunsthistorikerin
Leiterin des Museums des Matenadaran, Jerewan

Yvette Tajarian ist Kandidatin der Kunstwissenschaften. Sie leitet das Museum des Matenadaran, des Mesrop-Maschtoz-Instituts für alte Handschriften in Jerewan, forscht dort als leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Orientalistik und ist Dozentin an der Staatlichen Universität Jerewan.

Bereits ihre Diplom-, Master- und Dissertationsarbeiten galten dem malerischen Werk André Sevrugians und dem fotografischen Nachlass Antoine Sevruguins. 2006 verteidigte sie als erste Wissenschaftlerin in Armenien eine Dissertation zur Geschichte der Fotografie.

Seither kuratierte sie im Matenadaran mehrere Ausstellungen und wissenschaftliche Tagungen zum Werk der beiden Künstler, zuletzt 2024 und 2026.

Als bevollmächtigte Vertreterin Emanuel Sevrugians war sie wesentlich daran beteiligt, den Familiennachlass für öffentliche Sammlungen zu sichern. 2015 und 2018 gelangten mehrere hundert Werke beider Künstler an das Matenadaran und an den Mutterstuhl Heilig-Etschmiadsin.

Bei der Eröffnung der Armenischen Kulturtage führt sie in das Werk, die Biografien und die kulturgeschichtliche Bedeutung von Antoine Sevruguin und André Sevrugian ein.

Sprache des Vortrags: Armenisch mit deutscher Übersetzung.

Musik

Duo Manima

Duo Manima: Astghik Matinyan an der Violine und Areg Hakobyan an der Gitarre
Duo Manima
Astghik Matinyan · Violine
Areg Hakobyan · Gitarre

Astghik Matinyan · Violine
Areg Hakobyan · Gitarre

Das Duo Manima verbindet unterschiedliche Zeiten und Klangwelten zu einem Dialog von Violine und Gitarre. Für die beiden Musiker armenischer Herkunft ist die Weitergabe armenischer Musik mit ihrer rhythmischen Kraft, ihrer Melancholie und ihrer erzählerischen Tiefe ein besonderes Anliegen.

Auch musikalisch greift der Eröffnungsabend das Leitmotiv der Kulturtage auf. Mit Komitas und Astor Piazzolla begegnen sich zwei Komponisten, die überlieferte musikalische Traditionen aufnahmen und daraus neue Ausdrucksformen entwickelten.

Aus dem Programm

Komitas (1869–1935) · Armenische Volkslieder in Bearbeitung für Violine und Gitarre

Astor Piazzolla (1921–1992) · Nightclub 1960 aus Histoire du Tango

Programm des Abends

19:00 Uhr

Musikalischer Auftakt
Duo Manima

Begrüßung

Kristina Bagratuni, Vorsitzende der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg

Grußworte

N. N. · BW-Bank
N. N. · Landesregierung Baden-Württemberg

Einführung in die Armenischen Kulturtage Stuttgart 2026

Pfr. Dr. Diradur Sardaryan, Gemeindepfarrer der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg

Vortrag zur Ausstellung

Dr. Yvette Tajarian, Leiterin des Museums des Matenadaran, Jerewan
In armenischer Sprache mit deutscher Übersetzung

Musik

Duo Manima

Eröffnung der Ausstellung

Im Anschluss Rundgang und Empfang.
Ende gegen 21:30 Uhr.

Termin

Eröffnung und Vernissage

Donnerstag, 15. Oktober 2026
18:30 Uhr · Einlass
19:00 Uhr · Beginn

Eintritt frei. Aus Sicherheitsgründen ist eine Anmeldung bis zum 10. Oktober 2026 erforderlich.

kultur@agbw.org

Ausstellung

Freitag bis Sonntag, 16. bis 18. Oktober 2026
täglich 17:00–19:00 Uhr

Eintritt frei.
Keine Anmeldung erforderlich.

BW-Bank
Kleiner Schlossplatz 11
70173 Stuttgart

Barrierefreiheit

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.

Foto & Film

Während der Veranstaltung entstehen Foto- und Filmaufnahmen für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg. Wer nicht aufgenommen werden möchte, wendet sich bitte vor Beginn an das Team am Empfang.

Eine Veranstaltung der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg in Kooperation mit der Sevrugian Cultural Foundation, dem Matenadaran, Mesrop-Maschtoz-Institut für alte Handschriften , und der BW-Bank.