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Mehr InformationenWann beginnt die Unabhängigkeit eines Landes? Mit einer Erklärung? Mit einem Referendum? Oder viel früher, in dem Augenblick, in dem Menschen beginnen, ihre politische Wirklichkeit selbst infrage zu stellen?
Der Dokumentarfilm blickt auf die Jahre 1988 bis 1991 zurück. Ausgangspunkt ist die Bewegung, die sich seit Februar 1988 zunächst um die Frage Bergkarabachs, armenisch Arzach, formierte. Fast zwei Jahre lang blieben ihre Wortführer in der Frage der Unabhängigkeit zurückhaltend. Unter den Tausenden Reden vom Podium des Freiheitsplatzes ist kaum ein Aufruf zur Unabhängigkeit zu finden. Im Rückblick wird sichtbar, dass die Bewegung im Kern bereits ein Kampf um die Unabhängigkeit war.
Mit umfangreichem historischem Material rekonstruiert Paskevichyan die Ereignisse in Armenien, in Arzach und in der Region. Der Film zeigt eine Gesellschaft in Bewegung: Menschen versammeln sich auf Straßen und Plätzen, bisherige Gewissheiten verlieren ihre Selbstverständlichkeit, neue politische Vorstellungen entstehen.
Der 21. September 1991 gilt als Geburtstag der unabhängigen Republik Armenien. Der Weg dorthin war länger. Bereits am 23. August 1990 hatte der Oberste Rat die Unabhängigkeitserklärung angenommen, vollständig unabhängig wurde Armenien am 26. Dezember 1991 mit der Auflösung der Sowjetunion.
Tigran Paskevichyan, geboren 1965 in Jerewan, war selbst Teil dieser Bewegungen. Er ist Dichter, Journalist und Dokumentarfilmer, gründete 1987 die Umweltorganisation Goyapaykar und 2010 die Organisation Factum, die wenig bekannte Kapitel der armenischen Geschichte erforscht. Seit 2020 ist er Chefredakteur von Aliq Media.
Gut zu wissen
- Eintritt: Eintritt frei
- Anmeldung: nicht erforderlich
- Sprache: Armenisch mit deutschen Untertiteln, Gespräch übersetzt
- Dauer: Film 57 Minuten, Armenien 2020
- Mitwirkende: Tigran Paskevichyan, Moderation Pfr. Dr. Diradur Sardaryan
- Barrierefrei: ja