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Mehr InformationenWas bedeutet es, sich ein eigenes Leben aufzubauen, wenn Herkunft, Flucht und die Erfahrungen der Eltern weiterwirken? Und wer entscheidet, wo ein Mensch hingehört?
In seinem 2026 erschienenen Roman „Rausch“ erzählt Nuran David Calis von Ufuk, der als Kind armenisch-türkischer Asylbewerber in Bielefeld aufwächst. Deutschland in den 1990er Jahren ist geprägt von rassistischer Gewalt und Ausgrenzung. Angst und Ablehnung bestimmen den Alltag, ebenso die Suche nach einem Ort, an dem Ufuk nicht ständig erklären muss, wer er ist.
Jahre später ist Ufuk Regisseur. In einer „Odysseus“-Inszenierung versucht er, Erfahrungen seiner Kindheit künstlerisch zu verarbeiten. Doch die Vergangenheit lässt sich nicht auf die Bühne bannen. Politik dringt in die Kunst ein, soziale Spannungen in die Beziehung zu Johanna, und immer stärker stellt sich die Frage, wie viel von dem Leben, das wir für unser eigenes halten, tatsächlich selbst gewählt ist.
Biografische Erfahrung und Fiktion berühren sich, ohne dass Ufuks Geschichte mit der des Autors gleichzusetzen wäre. Calis, 1976 in Bielefeld als Sohn armenisch-jüdischer Einwanderer aus der Türkei geboren, studierte Regie an der Otto-Falckenberg-Schule München. Seine Arbeiten sind in Hamburg, Berlin, Köln, Leipzig, Basel und Wien zu sehen, darunter „Die Lücke. Ein Stück Keupstraße“ über den NSU-Anschlag in Köln. Seit der Spielzeit 2025/26 ist er Schauspieldirektor am Salzburger Landestheater.
Das Gespräch im Anschluss moderiert Anna Koktsidou, SWR.
Gut zu wissen
- Eintritt: 14,00 € / 12,00 € / 7,00 €
- Tickets: www.hospitalhof.de, Kurs-Nr. 262-903
- Sprache: Deutsch
- Mitwirkende: Nuran David Calis, Moderation Anna Koktsidou (SWR)
- Kooperation: Hospitalhof Stuttgart, S. Fischer Verlag