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Hasmik Papian (Sopran) & Izabella Melkonyan (Klavier)

Der armenische Mönch Soghomon Soghomonian, besser bekannt unter seinem Priesternamen Komitas, hat um 1900 bei seinen Wanderungen durch das armenische Hochland zwischen Vansee, Schwarzmeer und Südkaukasus hunderte von Volksweisen gesammelt. In diesen Liedern, über Jahrhunderte mündlich tradiert, drückt sich die unverwechselbare Kultur dieses uralten Volkes in ihrer ganzen Archaik aus; eine Kultur, die durch den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915-1917 nahezu ausgelöscht wurde. Komitas wurde im April 1915 selbst Opfer von Massenverhaftung und Deportation; er entging der Ermordung, verbrachte jedoch den Rest seines Lebens als geistig gebrochener Mann in psychiatrischen Anstalten. Der u. a. in Berlin ausgebildete Komponist und Musikethnologe, der sich auch mit der liturgischen Tradition der Armenisch-apostolischen Kirche beschäftigt hat, gilt heute als Begründer der klassischen armenischen Musik der Moderne. Er hat einen Teil der von ihm gesammelten Weisen als Kunstlieder (und auch als Chorwerke) gesetzt. Diesen außerhalb Armeniens und der weltweit zerstreut lebenden armenischen Diaspora weitgehend unbekannten Schatz möchte die vorliegende Einspielung in einer repräsentativen Aufnahme der bekanntesten Lieder einem breiteren Publikum vorstellen. Die unmittelbar berührenden, für die christlich-armenische Identität auf dem Schnittpunkt zwischen Orient und Okzident so typischen Lieder erzählen von den majestätischen Bergen und der Sehnsucht nach der verlorenen Heimat, vom immer wieder erfahrenen, tiefen Leid dieses Volkes ebenso wie von der Liebe.

Neben den armenischen Liedern präsentieren Hasmik Papyan und Izabella Melkonyan Lieder auf Texte deutscher Dichter (Goethe, Uhland, Lenau u. a.), die Komitas während seiner Studienzeit in Berlin komponiert hat.

https://armenische-kulturtage-stuttgart.reservix.de/events