Lade Veranstaltungen
  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

WANDERAUSSTELLUNG HRANT DINK
„Im Herzen so ängstlich wie eine Taube“

Die Armenische Gemeinde Baden-Württemberg e.V. präsentiert im Rahmen der Armenischen Kulturtage Stuttgart 2017, in Kooperation mit der Initiative „Anerkennung Jeztz“ die Wanderausstellung „Im Herzen so ängstlich wie eine Taube“ anlässlich zum 10. Jahres der Ermordung Hrant Dinks. Der Titel der Ausstellung „Im Herzen so ängstlich wie eine Taube“ stammt aus dem letzten Artikel von Hrant Dink, der am Tage seiner Ermordung erschien. Die verwendeten Fotografien stammen von Saban Dayanan (1968 – 2011), die am 19. und 23. Januar 2007 entstanden sind. Anerkennung Jetzt möchte mit dieser Ausstellung an Hrant Dink erinnern und auf die aktuelle prekäre Situation der Minderheiten und Andersdenkenden in der Türkei aufmerksam machen.

Hrant Dink: Journalist, Brückenbauer,
Aktivist für Menschenrechte.

Hrant Dink hat 1996 die Wochenzeitung AGOS gegründet. Sie war etwas Besonderes, erschien sie doch auf Türkisch und Armenisch; in der Redaktion arbeiten Armenier, Türken, Kurden gemeinsam.

AGOS bringt offene und mutige Artikel, welche die Diskriminierungen ansprechen und historische Aufklärungsarbeit leisten. Nationale Tabus werden in der AGOS nicht ausgeklammert, sei es zum Genozid an den Armeniern, den Minderheitenrechten, der Verfolgung von Kurden, Journalisten sowie Andersdenkenden oder den Abbau der Pressefreiheit und andere demokratischer Grundsätze in der Türkei.

Ermordet, aber nicht verstummt!

Vor 10 Jahren, am 19.01.2007, wurde Hrant Dink von der armenisch-türkischen Wochenzeitung AGOS auf offener Straße von einem Minderjährigen rechtsradikalen erschossen.

„Er wurde getötet, weil dem Staat seine Gedanken nicht genehm waren. Wir haben jemanden umgebracht, dessen Gedanken wir nicht ertragen konnten“, wusste der Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk nur zu genau. Vorausgegangen war eine lange öffentliche Treibjagd auf ihn. Unverhohlene Drohungen, mediale Kampagnen, die ihn als Landesverräter, ihn als Feind der Türken abstempelten und so zum Abschluss freigaben. Die Ermordung Hrant Dinks löst eine unerwartete und bis dahin noch nie da gewesene Reaktion in der Bevölkerung aus.

Menschen aller Konfessionen, aller sozialen Schichten und eines breiten politischen Spektrums solidarisierten sich mit dem Ermordeten. Seine Beisetzung war etwas noch nie da Gewesenes. Die bislang als Schimpfwort verwendete Bezeichnung „Armenier“ wurde zur Losung dieser Menschen: „Wir sind alle Hrant Dink“ und „Wir sind alle Armenier“. Mit diesen Bannern auf Armenisch, Kurdisch und Türkisch bekannten sich hunderttausende zu den Werten, wegen denen Hrant Dink ermordet wurde. Hrant Dink wurde mehrfach für seine Arbeit und seine Verdienste um die Aussöhnung zwischen Armeniern, Türken und Kurden ausgezeichnet. Unter anderem mit dem Henri-Nannen-Preis im Jahre 2006.

Die Ausstellungsmacher

„Anerkennung Jetzt“ ist eine deutsch-armenische zivilgesellschaftliche Initiative von zumeist jungen Aktivisten aus dem gesamten Bundesgebiet und wird von mehreren Hundert Personen unterstützt. Seit 2013 hat sich die Initiative Anerkennung Jetzt zum Ziel gesetzt, die Anerkennung des Völkermords an den Armeniern, Aramäern/Assyrern und Pontosgriechen zu erreichen und die Debatte in Politik und Gesellschaft konstruktiv zu begleiten sowie mit vielfältigen Aktionen Aufklärungs- und Bildungsarbeit zu leisten.